Abmahnung wegen download von Musik

Sicherheit im Internet
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Abmahnung wegen download von Musik

Beitragvon sensei » Donnerstag 24. März 2011, 15:26

Heute bekam ich eine mail, die zuerst ein wenig Erschrecken erzeugte.
Ermittlungsverfahren gegen Sie

Guten Tag,

in obiger Angelegenheit zeigen wir die anwaltliche Vertretung und Interessenwahrung der Firma Sony Music Entertainment Deutschland GmbH an.

Gegenstand unserer Beauftragung ist eine von Ihrem Internetanschluss aus im sogenannten Peer-to-Peer-Netzwerk begangene Urheberrechtsverletzung an Werken unseres Mandanten. Unser Mandant ist Inhaber der ausschliesslichen Nutzungs- und Verwertungsrechte im Sinne der §§ 15ff UrhG bzw. § 31 UrhG an diesen Werken, bei denen es sich um geschutzte Werke nach § 2 Abs 1 Nr. 1 UrhG handelt.
Durch das Herunterladen urherberrechtlich geschutzer Werke haben sie sich laut § 106 Abs 1 UrhG i.V. mit §§ 15,17,19 Abs. 2 pp UrhG nachweislich strafbar gemacht.
Bei ihrem Internetanschluss sind mehrere Downloads von musikalischen Werken dokumentiert worden.

Aufgrund dieser Daten wurde bei der zustandigen Staatsanwaltschaft am Firmensitz unseres Mandanten Strafanzeige gegen Sie erstellt.


Aha, also Strafanzeige gegen mich! Wegen nachweislich strafbarem Download von Musik! Steht sogar drin, wieviele Werke ich daown- und wieviele ich upgeloadet habe. Aber nachweislich zu einer bestimmten Zeit? Wann denn bitte? das staht aber leider nicht drin.
Huch, hat ja jeder schon mal gemacht, musik downloaden. Ich auch, aber immer bei Amazon und dashabe ich - nachweilich - immer bezahlt. Also war ich zwar nicht, der illegale Sachen herunter geladen hat, aber wer weiß, vielleicht ist jemand in mein drahtlos Netzwerk eingedrungen und hat unerlaubt Musik heruntergeladen? Also doch besser Zahlen?

Glücklicherweise kann ich das Strafverfahren noch abwenden - obwohl bereits beim zuständigen Staatsanwalt Klage gegen mich vorliegt - wenn ich an einer Tankstelle oder einem Kiosk anonym eine UKASH - KArte im WErt von 100 Euro kaufe und den Code dann eingebe auf irgendeiner Internetseite, die mit "tinyurl.com" beginnt. Wieso verschleiert ein seriöses Rechtsanwaltsbüro seine Internet Adresse?

Aha! Man kann das also ganz anonym wieder aus der Welt schaffen, indem man einen solchen Bon kauft und ganz anonym die Kenziffer auf besagter Website eintippt. Aber WER bitte sagt dann dem Staatsanwalt, dass ich bezahlt habe? War ja anonym!
Schaun wir doch mal, welches Rechtsanwaltsbüro die mail geschickt hat und wo das sitzt! Google kennt ihn jedenfalls nicht und andere Suchmaschinen auch nicht! Einen Anwalt diesen Namens scheint es in Deutschland nicht zu geben, jedenfalls hat er keine Website unter seinem Namen und in den Adressbüchern steht er auch nicht. Na, der lebt vermutlich nur von Abmahnungen?

Aber merkwürdigerweise ist der Absender der mail nicht dieses Anwaltsbüro, sondern ein Rodrigues Sowieso, der scheinbar irgendwo in Bolivien sitzt. Wieso schreibt der die mails für ein Anwaltsbüro in Deutschland, das es nicht gibt?
Vielleicht ist das ein Verwandter von dem Bankdirektor in Südafrika oder in Honkong, dessen Mandant gestorben ist, und der jetzt 1 Millon des Verstorbenen bei Seite schaffen will, und der dafür meine Kontodaten braucht?

Und was stand in der Mail?
Herunterladen geschutzer Werke?

Na, den Umlaut kann schon mal vergessen zu schreiben. Oder sollte die mail jemand geschrieben haben, dessen Computer keine Umlaute kann? Vielleicht jemand in Bolivien?

Ach so, aufgepasst, im Empfänger steht meine Adresse überhaupt nicht drin, sondern ein Reisebüro.
Mysteriös! Sollte es sein, dass ein Hacker deren Mailadressen geknackt hat? Scheinbar ist die mail automatisch an die Leute gegangen, die im Adressbuch dieses Reisebüros stehen?
Aber ich habe noch niemals mit eben diesem Reisebüro zu tun gehabt! Aber Reisen habe ich schon über ein Büro gebucht. Haben die sich untereinander meine mail zugeschickt und ist die so in den Besitzt dieses Büros gekommen?

Keine Ahnung.

Was war das jetzt überhaupt für eine mail? Eine Abmahnung?
Nein, denn das Strafverfahren liegt ja schon beim Staatsanwalt. Eine Abmahnung soll ja gerade VOR dem gerichtlichen Verfahren eine gütliche Regelung ermöglichen.

Was war das also dann?

Abzocke!
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