Der Ablauf ist wirklich simpel und überhaupt nicht formalisiert.
Man erhitzt Wasser, gibt es in ein kleines Teekännchen um die Kanne vorzuwärmen, von dort in die Teeschälchen, die ebenfalls vorgewärmt werden.
Nun gibt man die gewünschte Menge von Sencha oder Gyokuro in das Teekännchen. Das Wasser am besten nicht direkt dazu geben, sondern in einem weiteren kleinen Gefäß abkühlen lassen auf 70 bis 80 Grad. Vorsichtig auf den Tee geben und den Tee nicht mehr bewegen, weil sonst zu viele Bitterstoffe gelöst werden. Decke drauf und ziehen lassen.
Vorsichtig gießt man den Tee in die Schälchen, immer nur ein klein wenig auf einmal, weil der Tee immer stärker wird. Jeder bekommt also etwas Tee von Anfang, von der Mitte und vom Ende. Darauf achten, dass kein Wasser mehr auf dem Tee stehen bleibt.
Beim zweiten Aufguss genau so verfahren. Das macht man so lange, bis der Tee zu schwach wird.
Ein Video auf Youtube:
http://www.youtube.com/watch?feature=player_detailpage&v=MWfO55TbyX0Geschichtlich kam der Sencha erst im 17. Jhdt. nach Japan. Der chinesische Zen Meister Ingen gründete die Obaku Schule in Japan und errichtete den Obaku in Uji. Immer, wenn wir in Japan sind, besuchen wir den Obaku, weil man dort noch den chinesischen Baustil und die chinesische Tempelküche kennen lernen kann. Ingen brachte den Tee und die chinesische Medizin nach Japan. Er führte den chinesischen Stil der Teezubereitung ein als Gegenpart zur etablierten Macha Zeremonie.
Großen Einfluss hatte später im 18. Jhdt. Shibayama Gensho, der unter seinem Namen Baisaō - „alter Teeverkäufer“ bekannter ist.

Baisaō war Zen - Priester, aber er verließ das Kloster und zog nach Kyōto, wo er an den Straßen und schönen Orten seinen tragbaren Teestand aufbaute, Tee bereitete und verkaufte. Aber er „verkaufte“ nicht nur Tee, sondern auch Gespräche über Zen und Religion. Baisao schrieb auch Gedichte und fertigte Kalligafien an.
Mein Zen - Kissen dem alten Zen Mann Kodō gebend:
Dieses zerschlissene Kissen -
Ich sass darauf über fünfzig Jahre.
Es hat weder Lin-Ji noch Chang-ch‘ing gehört.
Nun gebe ich es Dir.
Nutze es weitere 50 Jahre.
Ich rufe wie der alte Chao - chou
„Komm, trink Tee!“
Meine alte Teekiste lagert schon seit Jahren,
niemand kommt zum kaufen.
Wenn du hier halten
und einen kräftigen Schluck nehmen würdest,
deine geistige Sehnsucht
würde sofort gestillt!
Mehr über Baisaō in diesem kleinen Buch:
http://teeweg.de/buecher/chado.html#baisaoSo wie Baisao zogen viele Mönche über Land und bereiteten sich den in Japan neuen Sencha.

Später waren es vor allem Künstler und Literaten, die sich dem Sencha-Dō widmeten. So Taiga Ike (1723 - 1776), von dem auch die Zeichnung von Baisaō stammt. Auch der Verfasser der berühmten Ugetsu monogatari (Erzählungen unter den Regenmond) war ein Liebhaber des Sencha - Dō.
Gegen Ende des Shogunates formte sich - offenbar in Japan unvermeidlich - auch beim Sencha-Dō das Iemoto System.
Kakuou Tanaka (1782-18489) und Kashin Ogawa (1786-1855)waren die Gründer des Sencha-do Iemoto Systems.
Was dann aus dem Sencha - Dō in einem solchen System wird, kann man bei Youtube bewundern.
http://www.youtube.com/watch?feature=player_detailpage&v=1t0gDoIwYUc